Barocktrompete

(auch Naturtrompete)

In der Barockzeit hatte der Komponist nur ventillose Langtrompeten zur Verfügung. (Die Ventile der Blechblasinstrumente wurden erst um 1820 erfunden). Die virtuosen Trompetenparts von Bach oder Hertel beweisen, dass die Trompeter, für die sie geschrieben wurden, ein hohes technisches und musikalisches Niveau aufwiesen. Erst in jüngster Zeit wurden Kopien originaler Instrumente nachgebaut und Trompeter wie Niklas Eklund, Friedemann Immer und Guy Ferber demonstrieren eindrücklich, wie perfekt auf diesen historischen Naturtrompeten gespielt werden kann. Barockorchester führen heute die Kantaten, das Weihnachtsoratorium und die h-moll Messe von J. S. Bach oder Händels Werke auf historischen Trompeten auf. Der Stimmton dieser Orchester ist a’ = 415 Hz, für klassische Kompositionen a’ = 430 Hz. In der Schweiz baut A. Egger in Basel Naturtrompeten nach historischen Originalen von "Ehe" und "Haas", die von Naturtrompetern auf der ganzen Welt geschätzt werden.

Naturtrompete, Robert Barclay , silbern mit vergoldeten Verbindungsstücken, die reich verziert sind. Rechts im Bild Versatzstücke zur Anpassung an die Grundstimmung.

Barocktrompet mit Haas Schallstücken in drei Stimmungen B, C und Eb, Marke Egger, Basel mit 3-Loch System und Kopien von Originalmundstücken. Die Trompeten können in der Stimmung 440 Hz, 430 Hz (klassische Stimmung) und 415 Hz (Barockstimmung) gespielt werden. Stimmbogen von hoch F bis tief A gebräuchlich. Es gibt auch Langtrompeten mit dem 4-Loch System.

Der Knauf dieser Trompete ist besonders schön ausgestaltet und vergoldet. Der verzierte Becher einer Naturtrompete von Robert Barclay.
Hörbeispiel: J. S. Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 Hörbeispiel: Giuliano Sommerhalder: Telemann Konzert in D-Dur
Hörbeispiel: J. S. Bach: 2. Brandenburgisches Konzert, Friedemann Immer Hörbeispiele: Alison Balsom: G. F. Händel: Atalanta und Sound the trumpet