Corno da caccia

Viele Hornpartien der Barockzeit sind extrem hoch gesetzt und wurden auch in ihrer Entstehungszeit oft von Trompetern geblasen. Es gab aber auch Hornvirtuosen, die schon damals in ganz Europa als reisende Solisten gastierten. Ludwig Güttler hat viele Hornkonzerte von Komponisten wie z.B. Johann D. Heinichen, Johann M. Molter, Johannes M. Sperger, Johannes Fasch, Georg Ph. Telemann u.a. aufgespürt und in der Edition BIM aufgelegt. Einige Instrumentenbauer haben sich auf den Bau dieser Piccolohörner mit drei oder vier Ventilen spezialisiert.

Das eigentliche Barockhorn (meist in C-/D-Es- oder F-Stimmung notiert) ist aber ein engmensuriertes ventilloses Naturhorn. Diese Instrumente werden heute auch als historische Nachbauten von verschiedenen Spezialisten nachgebaut. Die Hörner wurden in der Klassik weiter in der Mensur und statt der Clarintechnik wurde die Stopftechnik eingeführt. Durch das Stopfen können auch in tieferer Lage die Naturtöne so verändert werden, dass auch chromatische Tonfolgen möglich werden.

Corno da caccia in B mit 3 Drehventilen und Daumenventil von Kalison (I). Durch die zusätzlichen Mundrohre kann das Horn in H- oder A-Stimmung gebracht werden.

Corno da caccia von Webb, London mit verschiedenen Stimmbögen, Der Schalltrichter dieses Barockhorns ist relativ klein und der Klang schlanker als beim modernen Horn.
Hörbeispiel: J. S. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 1 Hörbeispiel: J. S. Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248, 36
Hörbeispiel: A. Shilkloper