Tromba da tirarsi

Die Zugtrompete im Mittelalter (ab ca. 1400 n. Chr.), der Renaissance und der Barockzeit war eine Naturtrompete, deren Naturtonreihe durch einen Zug beim Mundrohr um bis zu vier Halbtöne vertieft werden konnte. Dadurch konnten auch Töne gespielt werden, die nicht in der Naturtonreihe enthalten sind. Beim Instrument links unten bewegt sich beim Ziehen das ganze Instrument. Bei der moderneren Version rechts nur der Doppelzug, wie bei einer Zugposaune. Johann Sebastian Bach setzte die Tromba da tirarsi in vielen Kantaten ein, um den Cantus firmus (die Choralmelodie) mit einem Blechblasinstrument zu stützen. Die Stimme lief in der Regel colla parte mit den Sopranstimmen. Die Zugtrompete war der erste Versuch, die Trompete zu chromatisieren.

Die Tromba da Tirarsi (Zugtrompete) mit dem darunterliegenden, einfachen Zug. Die Grundstimmung der Trompete kann in C oder D  und in verschiedenen historischen Stimmungen (a'=415 Hz - 440 Hz) verändert werden.

Eine Tromba da tirarsi mit Doppelzug. Dadurch wird das Instrument handlicher, weil nicht die ganze Trompete bewegt werden muss. Auch diese Trompete kann in der Grundstimmung angepasst werden.
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Detailansicht der beiden Zugsysteme.
Link zu einer Englischen Slide Trumpet an der University of Edinburgh